Blamagen für die Kärntner "Meister"

Gerhard Klinger

Spätestens seit den österreichischen U13 Meisterschaften sollten eigentlich beim Kärntner Handballverband die Alarmglocken auf Dauerläuten gestellt sein, denn blamabler kann man nicht abschneiden.

Mädchenmeister SG HB Feldkirchen/SCA St. Veit kehrte mit vier Niederlagen und einem Torverhältnis von 15:124 von den Titelkämpfen zurück, verlor dabei gegen Hypo Südstadt 1:42 (!). Nicht viel besser erging es dem SC Ferlach bei den Burschen. Im Spiel um Platz sieben gab es wenigstens einen 33:23 Sieg über den SCA St. Veit, der als Drittplatzierter der Kärntner Meisterschaft an den „Österreichischen“ teilnehmen durfte, weil Salzburg keinen Vertreter entsandte und der HCK als Zweitplatzierter auf eine Teilnahme in Ferlach (!) verzichtete.

Eine ärgere Bankrotterklärung des Kärntner Handballs kann es nicht geben. Da liebäugelt die mehrfach zusammengewürfelte Damenmannschaft mit dem klingenden Namen SG HMK/HBF/HCK 90 mit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga und der Kärntner Meister in der WU13 wird in sage und schreibe vier (!) Spielen ermittelt. Wie konkurrenzfähig der Kärntner meister im österreichischen Vergleich ist haben die Titelkämpfe eindeutig beweisen. Warum der Kärntner Meister an den österreichischen Meisterschaften überhaupt teilgenommen hat, darüber können nur die Top-Funktionäre des Kärntner Verbandes Auskunft geben, die einst beschlossen haben, dass die Kärntner Meister in den einzelnen Nachwuchsklassen, bei Strafe verpflichtet sind an den österreichischen Meisterschaften teilzunehmen. Übrigens die Landesmeister aus Oberösterreich, Tirol und Salzburg schwänzten die ÖM WU13.

Vor heimischem Publikum blamierte sich die MU13 vom SC Ferlach bei den österreichischen Titelkämpfen. Es zeigte sich einmal mehr, wie weit der Kärntner Handball von der Spitze in Österreich entfernt ist. Sowohl technisch als auch taktisch taten sich Welten auf und es scheint sich bis in die Büchsenmacherstadt herumgesprochen zu haben, dass man bei „Österreichischen“ sowohl qualitativ als auch quantitativ besser aufgestellt sein sollte, wenn man mitspielen will.

Während die beiden verbliebenen Männer Bundesligamannschaften SC Ferlach und HCK Klagenfurt weiter der Illusion nachjagen demnächst in die HLA aufzusteigen, sollten wenigstens die für den Nachwuchs zuständigen Funktionäre und Trainer besinnen, dass Kärntens Nachwuchshandball dringend Impulse braucht. Impulse speziell bei den jüngsten SpielerInnen, denn vom „Sparverein“ namens KHV wird man, solange das amtierende Führungsteam am Ruder ist, so schnell keine Initiativen für den Nachwuchs erwarten können.