Am Weg zum Handball-Profi

Nicht nur bei den Kärntner Handball Bundesligaklubs HC Klagenfurt und SC Ferlach fließt bereits der Trainingsschweiß, auch beim amtierenden  Bundesligameister HSG Bärnbach/Köflach wurde bereits die Vorbereitungsphase eingeläutet. Mittendrin der Klagenfurter Dean Pomorisac, der seit einem Jahr bei den Steirern spielt und sich beim oftmaligen österreichischen Meister zum Stammspieler gemausert hat, ebenso wie im U21 Nationalteam.

Dean, Du bist mit Bärnbach/Köflach Bundesligameister geworden, am Aufstieg seid ihr dann aber knapp gescheitert. Trotzdem zufrieden mit der letzten Saison?

Es ist schade, dass wir den Aufstieg diesmal nicht geschafft haben, wir waren knapp dran, aber wir hatten Pech mit Verletzungen. Daher konnten wir die große Chance nicht nutzen. Im gesamten Play-off mussten wir auf unseren Hauptwerfer Goran Kolar verzichten, so bin ich unverhofft zur Chance gekommen auf der linken Aufbauposition zu spielen. Zwar bin ich mit meiner persönlichen Leistung recht zufrieden, wir haben den Ausfall von Goran recht gut kompensieren können, doch es fehlte der krönende Abschluss der Aufstieg. In den beiden letzten Spielen standen dann zwei weitere Spieler (Pusterhofer und Zirkl) verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, diese Ausfälle konnten wir dann nicht mehr wettmachen. Aber auch die junge Mannschaft hat bis zum bitteren Ende gekämpft und sich gut verkauft.

Das heißt wohl in der kommenden Saison wieder voller Angriff um in die HLA aufzusteigen?

Klar. Wir wollen auf alle Fälle unseren Bundesliga-Meistertitel erfolgreich verteidigen und versuchen auf alle Fälle in der Aufstiegsfrage wieder so lange wie möglich ein Wörtchen mitzureden. Die Mannschaft ist nahezu gleich geblieben für den rechten Aufbau soll es eine Verstärkung geben. Ich hoffe das es in Zukunft ein anderes System kommt, dass der Bundesligameister fix in die HLA aufsteigt, nur so kann man meiner Meinung nach den Handball in Österreich vom Leistungsniveau her verbessern.

Und Deine persönlichen sportlichen Ziele?

Wenn ich verletzungsfrei bleibe, und das ist mein oberstes Ziel, möchte ich meinen Stammspieler-Bonus verteidigen, obwohl ich weiß, dass es nicht einfach sein wird, wenn alle Kaderspieler fit sind. Nur so kann ich meine mittelfristigen Ziele, als Handball-Profi ins Ausland zu wechseln und nach der EM 2010 den Sprung ins österreichische Männer-Nationalteam zu schaffen auch erreichen. Mein großes Vorbild ist, neben meinem Vater Mico, Blazenko Lackovic (kroatischer Nationalspieler, spielt beim HSV Hamburg).

Man sagt, Handball sei Dir bereits in die Wiege gelegt worden …

Da ist viel Wahres dran. Ich war erst 15 Tage alt als mich meine Eltern mit in die Sporthalle St. Ruprecht nahmen. Es war 27. November 1988 als mein Vater (der jugoslawische Handball-Profi Mico Pomorisac) erstmals beim SVVW trainierte und die junge Familie mit in die Halle nahm. Geboren wurde ich in Koper, in Slowenien. Da ich immer wieder als Kind mit zum Training gegangen bin war es irgendwie selbstverständlich, dass ich auch Handball spielen werde.

Du warst jahrelang als „Talent“ verschriehen, das fast jährlich den Verein wechselt und sich nicht durchsetzen kann. Hast Du Deine „Flucht“ aus Kärnten bereut?

Ich hatte und habe immer mein Ziel vor den Augen, was ich im Handball erreichen will und zwar Profi-Spieler zu werden. Mein erster Wechsel vom SVVW zum HCK von der Landesliga in die Bundesliga war logisch, ebenso wie der Wechsel vom HCK zu Ferlach um mehr Bundesligaspielzeit zu bekommen. Für meine weitere Zukunft die beste Entscheidung war Kärnten zu verlassen und zu Bärnbach/Köflach zu wechseln. In meinem ersten Jahr in der Steiermark habe ich viel gelernt, musste Verantwortung übernehmen, habe auf allen drei Aufbaupositionen ausreichend Spielanteile bekommen und konnte mich gut entwickeln. Ich überlasse es lieben den Trainern zu entscheiden auf welcher Position sie mich einsetzen, aber da ich in den Nachwuchsmannschaften so ziemlich alle Positionen gespielt habe finde ich mich überall zu recht. Und technisch bin ich wahrscheinlich auch nicht der schlechteste.

Handball gilt, als eine der härtesten Sportarten überhaupt. Wolltest Du schon einmal aufhören?

Aufhören? Nein, überhaupt noch nie. Auch nach Verletzungen stand das nie in Frage, obwohl ein Nasenbeinbruch und ein Bänderriss im linken Sprunggelenk dabei waren.

Gibt es überhaupt kein negatives Erlebnis in der deiner bisherigen Handballkarriere?

Über Niederlagen kann ich mich nicht freuen, aber sie gehören zum Sport. Ärgern kann ich mich über unnötige Niederlagen wie zum Beispiel das 32:33 mit Ferlach gegen den HCK in der Bundesliga vor drei Jahren. Patrick Jochom warf nach dem Schlußpfiff aus einem direkten Freiwurf zum 33. Treffer für den HCK ins leere Tor. Unser Tormann Walter Perkounig dachte das Spiel wäre bereits zu Ende …

 

Dean David Pomorisac

Geboren am 12. November 1988 in Koper (Slowenien)

Familienstand: ledig

Größe: 193 cm, Gewicht: 85 kg

Vereine: SVVW, HCK, SC Ferlach HSG Köflach/Bärnbach

Hobbies: Reisen, Musik

LIbelingsessen: Gordon Bleu mit Pommes

Lieblingsgetränke: Spezi, Red Bull