StrukturbeREINIGUNG

Gerhard Klinger

Die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise und die an Prestigeobjekten wie dem Klagenfurter Fußball Stadion orientierte Sportpolitik des Landes werden die Kärntner Vereine spätestens gegen Jahresende hin voll treffen. Bedingt durch die Sparmassnahmen und Budgetkürzungen auf Landesebene ist damit zu rechnen, dass fast ein Drittel weniger öffentliches Geld für den heimischen Sport zur Verfügung stehen wird.

Nicht nur das weitere Infrastrukturprojekte auf Eis gelegt werden müssen, wie die neue Eishalle, das Leichtathletik-Stadion, ein wettkampftaugliches Schwimmbecken oder das Ballsportkompetenzzentrum, so drohen einigen Kärntner Klubs massive wirtschaftliche Probleme. Vor allem jene Sportarten und Sportvereine die einen Großteil ihrer Budgets aus der öffentlichen Hand bestreiten werden nicht nur uns Überleben kämpfen müssen, einige werden diese Krise nicht überleben.

Insider rechnen damit, dass es zu einer kräftigen Strukturbereinigung kommen wird, dass nur die wirtschaftlich besser aufgestellten Vereine und Verbände überleben werden. Leistungsmodelle, die strukturell und konzeptionell auf schwachen Beinen stehen werden dem Rotstift des Landes zum Opfer fallen. Randsportarten, die ohnehin immer wieder finanziell ums Überleben kämpfen, haben in ihren bisherigen Daseinsformen wenig bis gar keine Überlebenschancen.

Keine Sorge Prestige-Projekte wie Erstliga-Eishockey und Erstliga-Fußball, Ironman, Tennis-Daviscup und Beach-Volleyball wird die Krise nicht treffen sondern jene Sportarten, die von der öffentlichen Hand, den Medien und dem Publikum schon seit jeher stiefmütterlich behandelt wurden, wie Handball, Basketball, Volleyball, Tischtennis, Badminton, Schwimmen und unterklassiger Fußball.

Vor allem jene wird die Krise besonders treffen, die jahrelang ins Blaue hinein gewirtschaftet haben, sich von einer Subvention zur nächsten durchmogelten, Schulden anhäuften und immer auf bessere Zeiten hofften.

In den nächsten Monaten wird sich bei den Kärntner Sportvereinen die Streu vom Weizen trennen. Nur wer seinen Klub wie ein ordentlicher Kaufmann geführt hat, den Boden der wirtschaftlichen Realität nicht verlassen hat, wird zu den Überlebenden zählen. Wer Blender, Ignoranten und Dilettanten als Spitzenfunktionäre geduldet hat, dem droht ein böses Erwachen.

Die Krise ist aber auch eine Chance sich zu erneuern, das Vereinsmanagement auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen, alteingesessene, historisch gewachsene Dummheiten los zu werden um endlich zu erkennen, dass allein die sportliche Leistung noch kein Anrecht ist in höheren Spielklassen (überregional) tätig zu sein bzw. überregionale Wettkämpfe zu bestreiten.

Die grob fahrlässigen Vorgehensweisen einiger Vereine, die nach der Maxime handelten, „steigen wir erst einmal auf, dann werden wir das ganze schon irgendwie (finanziell und auch infrastrukturell) schaukeln“ wird dann hoffentlich der Vergangenheit abgehören und als abschreckendes Beispiel für die Zukunft dienen. Gier, Größenwahn und Eitelkeit sind leider menschliche Schwächen vor denen auch manche Sportfunktionäre nicht gefeit sind.