ORF-Löcher

Am Nationalfeiertag ist es also soweit. Da gibt es tagtäglich 24 Stunden Sport auf ORF SPORT+. „Der neue 24-Stunden-Spartenkanal rückt Sportarten und Sportbewerbe in den Mittelpunkt, die üblicherweise keinen breiten Raum in den Medien einnehmen“, so die Macher vom Wiener Küniglberg. Zum Auftakt gibt ab 14 Uhr das Erstrundenspiel von Jürgen Melzer beim „Erste Bank Open“ Tennisturnier in der Wiener Stadthalle.

Einen Vorgeschmack auf das was die Staatsfunkseher nach dem Nationalfeiertag am Sportkanal österreichischer Prägung erwartet, gab es bereits am letzten Mittwoch, bei der Live-Übertragung der Handballpartie zwischen West-Wien und Bregenz. ORF-Sport-TV-Beiträge sind weltweit anerkannt ob ihrer faszinierenden Bilder, allerdings ist dieses Prädikat ausschließlich im Schisport gültig. Beim Ton, sprich Kommentar, ja da hapert´s  bei den ORFler schon seit Jahrzehnten. So auch beim Handball. Der Kommentator, ich will seine Identität nicht noch zusätzlich in die Öffentlichkeit zerren, glänzte durch handballerische Inkompetenz und schaffte es auch nicht einmal zwischen Feldspieler und Torleuten unterscheiden zu können. Ja mit den Namen ist es halt schwer. Wo sind die Zeiten geblieben als die ORFler bei Sport-Events erschienen, ihre Monopolstellung und ihre Macht präpotent zur Schau stellten und einen „Assistenten“ im Schlepptau hatten, der ihnen die gesamte journalistische Recherche und Vorarbeit abnahmen.

Mit dem Fall des ORF-Monopols und dem Aufkommen der privaten TV-Sender erfolgte eine Demaskierung der ORF-Götter wie Heinz Prüller, Gerhard Zimmer  oder Robert Seeger. Gegen die Sport-Experten der Privaten mutierten selbst die absoluten Monopolstars wie Heinz Prüller, Gerhard Zimmer und Robert Seger zu nichtssagenden „Jahrmarktschreiern“.

Sportliche und journalistische Kompetenz wird man beim ORF-Sport schwer finden. Daran wird auch der tägliche 24-Stunden-Marathon nichts ändern. Dort wo andere Sport-Sender Information und Unterhaltung bieten, dort klafft bei ORF-Sport noch immer ein großes Loch. Die Schuld liegt nicht bei den einzelnen Kommentatoren sondern wohl eher am historisch gewachsenen System. „Ein ORF-Sportreporter kennt sich in jeder Sportart aus“, sagte mir einst ein präpotenter ORF-Kollege. Ab 26. Oktober kann sich jeder 24 Stunden lang von dieser journalistischen Kompetenz überzeugen. Es muss ja nicht gleich ein Handballspiel sein, wo ein Kommentator vor Inkompetenz zu glänzen weiß.