Ein MOTIVator allein genügt nicht

Gerhard Klinger

Na, also. Österreichs vielgelästerte Kicker haben das siegen doch noch nicht verlernt. Gegen Rumänien erzitterte eine ersatzgeschwächte und stark verjüngte Auswahl der Alpenrepublik einen knappen 2:1 Heimsieg auf dem heiligen Klagenfurter "Rasen". Didi Constantini, dem neuen Teamchef glückte ein gelungener Einstand als Nachfolger von Karel Brückner.

Doch während der Boulevard und auch scheinbar seriöse Blätter jetzt plötzlich von einem Wunder schreiben und sogar die WM-Qualifikation wieder in Reichweite sehen, augenscheinlich blieben trotz des schmeichelhaften 2:1 die eklatanten Schwächen der heimischen Kicker in Sachen Technik und Taktik.

Motivator Didi Constantini gelang es, ebenso wie seinem Vorgänger Brückner, sein erste Spiel zu gewinnen, damit sind wir aber schon am Ende der positiven Erkenntnisse des Spiels gegen Rumänien.

Auf Dauer wird allein die Motivation und der Wille zur Leistung nicht ausreichen um international den Anschluß an die Spitze zu schaffen, das werden bereits die Auswärtspartien in der WM-Quali gegen Serbien und Frankreich beweisen.

Der Wunderwuzzi, der Östereichs Fußball wieder konkurrenzfähig machen kann, der muss zwar nicht erst geboren werden, aber die neue ÖFB-Führung könnte langfristig die Rahmenbedingungen für den Erfolg schaffen und zwar mit einfachen Mitteln.

Wenn es unseren hochbezahlten Kickern nicht gelingt unter Druck den Ball aus der eigenen Spielhälfte kontrolliert herauszuspielen und den freien Raum zu Kontern zu nutzen, dann es fehlt es an elementären Grundvoraussetzungen des modernen Fußballs. Es fehlt an Technik und taktischer Schulung, da wurde viel versäumt im Technik-Lernalter vor der Pubertät. Woran kann es sonst liegen, dass Nationalspieler derart technische Mängel aufweisen?

Die einstige Wiener (Fußball) -Schule aus dem vorigen Jahrtausend, die Gablerkönige wie Schneckerl Prohaska hervorgebracht hat, hat nur einen Nachteil, sie ist statisch. Heute ist aber Standfußball nicht mehr wettbewerbsfähig. Solide Ballbehandlung in hohem Tempo, perfekte Koordination und situationsspezifisches Entscheidungsverhalten kann man im Profialter nicht mehr lernen, die Basis muss beim Nachwuchs gelegt werden. Diese Defizite kann auch der beste Motivator nicht von heute auf morgen wegzaubern. Der Lösungsansatz kann daher nur lauten, bessere Trainer und bessere Trainingsbedingungen für den Nachwuchs.