MännerKRISE

Gerhard Klinger

Wenn wir gewisse gesellschaftliche Phänomene und Dummheiten nicht verstehen können, dann sind sie meistens „historisch gewachsen“.

Zu dieser Erkenntnis muss man auch kommen, wenn wir versuchen das  Inzestdrama von Amstetten zu verstehen. Die Frage, warum hat die Ehefrau des mutmaßlichen Vergewaltigers und Mutter der misshandelten Tochter schweigen können, ist nur damit zu beantworten, dass auch heute das Familiengesetz von 1811 immer noch in den Köpfen ist und das neue Gesetz von 1975 teilweise noch nicht gelebt wird.

Dieses „unnatürliche“ Recht des Mannes über die Frau war Auswuchs eines zweitausend Jahre alten Patriarchats, an dem die römisch-katholische Amtskirche nicht unschuldig ist. Während sich in vielen anderen Gesellschaftsbereichen die Frau bereits emanzipiert hat, herrscht in der Kirche immer noch finsterstes Mittelalter.

Über Generationen wurden die Frauen dazu erzogen, sich dem Manne unterzuordnen. Die biologische Überlegenheit der Frau wurde mit wirrtschaftlichen Abhängigkeiten und gesetzlichen Maßnahmen so reglementiert, dass Frauen quasi keinen Freiraum haben.

Heute, wo die Krise der „alten Männer“ immer mehr gesellschaftlich relevant wird und Frauen berechtigter Weise ihre Frau stellen und nicht dem Mann untertan sein wollen, wird es Zeit, dass die alten Denkweisen auch aus den Köpfen verschwinden.

Aber wie meinte schon die Künstlerin Erika Pluhar so treffend: „An die Befreiung der Frau habe ich damals keine Sekunde geglaubt, sämtliche aufmüpfigen 68er waren ausgesprochene Machos.“

 

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