LEBENsmittel

Gerhard Klinger

Eigentlich erklärt sich das Wort Lebensmittel von selbst, es geht um Mittel zum Leben. Es die die lebensnotwendigen Betriebsstoffe die der menschliche Körper braucht um zu (über)leben. Doch in den letzten Jahren wurden diese Lebensmittel aus unseren Köpfen verdrängt durch Genussmittel die zwar maximalen Geschmack versprechen, aber so gut wie keine Betriebsmittel für den Stoffwechselvorgang zur Verfügung stellen und noch schlimmer dem Körper die lebensnotwendigen und gesunderhaltenden Betriebsstoffe entzieht.

Die Kopflastigkeit unserer modernen Industrie-Gesellschaft westlicher Prägung hat sich auch in unseren Ernährungsgewohnheiten niedergeschlagen. Es entscheidet der Kopf und nicht der Bauch, was wir essen und trinken.

Dass der Kopf in diesen Fragen der falsche Ansprechpartner ist erklärt sich leicht an einem Beispiel von koffein- und kohlesäurehältigen Limonaden, die fälschlicherweise als Durstlöscher angesehen werden.

Der Körper signalisiert dem Hirn, dass er Wasser braucht um die chemischen Vorgänge des Stoffwechsels in Gang zu halten. Manipuliert durch die Kopfwäsche der Werbung greift der Mensch zu den erwähnten Limonaden. Das Koffein regt den bewirkt eine Steigerung des Blutdrucks, die Kohlensäure im Getränk entzieht beim Trinken im Mund und Rachen Wärme es entsteht für das Hirn das Gefühl, ich werde erfrischt. Doch das Gegenteil passiert. Da der Säuregehalt des Getränkes über jenem des menschlichen Blutes liegt muss der Magen dieses Ungleichgewicht ausgleichen und braucht dazu Wasser, welches er dem Körper entzieht. Es entsteht dadurch noch größerer Durst. Hirn und Bauch streiten sich. Hirn ist überzeugt etwas gegen den Durst getan zu haben, Bauch sagt, das stimmt nicht. Bauch gibt schließlich nach und Hirn beschließt weiter Zuckerwasser zu trinken. Dass sich der Bauch nach Jahren für diese Bevormundung mit nahezu unheilbaren Zivilisationskrankheiten rächt ist leider eine Tatsache. Der Bauch fragt nicht mehr das Hirn ob es so gnädig ist Wasser zuzuführen, er nimmt sich das Wasser aus den Körperreserven, aus dem Blut und sinnigerweise aus dem Hirn.

Wir sollten in Ernährungsfragen mehr auf unseren Bauch hören, als auf unseren in diesen Fragen überforderten Kopf.

Das gleiche gilt auch beim Essen. Das neurologische Sättigungsgefühl im Kopf entsteht erst nach einer gewissen Zeit. Experten sprechen dabei von cirka einer Viertelstunde. Bias das Gehirn endlich auf den Sättigungsreiz reagiert haben wir schon unsere Mahlzeit verdrückt und halten uns dabei an andere Anzeichen der Sättigung wie Völlegefühl oder wir sind so voll gestopft, dass wir uns kaum mehr bewegen können.

In unserer hektischen Zeit haben wir sogar die gesunde Esstechnik verlernt. Wir verschlingen die Nahrung, kauen zu wenig, essen zu schnell, essen zu oft, essen zu spät am Abend und noch dazu die falschen "Mittel", die das Prädikat Lebensmittel nicht verdienen.