KonzeptLOSigkeit

Gerhard Klinger

In knapp einer halben Stunde war alles vorbei. In einer Sondersitzung des Klagenfurter Stadtsenates wurde über die Zukunft des Wörtherseestadions, auch Hypo Arena genannt, entschieden.

Fast einstimmig, die Grüne Stadträtin Andrea Wulz stimmte dagegen, wurde der Vorschlag von Bürgermeister Harald Scheucher angenommen, dass das äußere Erscheinungsbild des Stadions erhalten bleibt.

Zuvor hatte sich Klagenfurts Stadtoberhaupt noch den Segen und die Zustimmung von Landeshauptmann Jörg Haider geholt.

Den verhinderten Rückbau als politischen Sieg zu werten und auch als solchen verkaufen zu wollen, wird wohl nicht ganz gelingen. Es bleiben noch einige Ungereimtheiten im Raum stehen.

Die einst vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung wurde unter den Tisch gekehrt, die Fragen der Trainingsplätze und eines schlüssigern Verkehrskonzeptes sind noch immer unerledigt.

Völlig in der Luft hängt noch das Ballsportkompetenzzentrum Österreich-Süd, das im Stadion Areal errichtet werden soll.

Und bei der Frage des Rasens, ob Kunstrasen oder Naturrasen, wurde die Entscheidung dem Österreichischen Fußballbund übertragen.

Das Konzept der Konzeptlosigkeit ist beim Wörthersee Stadion wohl Handlungsmaxime. Zuerst handeln, dann denken, zeigt nicht gerade von hoher Managementqualität.

Die Politik im Rathaus und auch in der Landesregierung weiß ob der steigenden Fußballbegeisterung in Kärnten die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Aber was wäre passiert, hätte nicht Frankie Schinkels den in Agonie liegenden SK Austria Kärnten wieder zum Leben erweckt?

Blickpunkt 226 vom 11. September 2008