HexenJAGD

Bekanntlich ist in der Liebe und im Krieg alles erlaubt. Daher muss Sport wohl Krieg sein, Liebe ist es sicher nicht, denn auch dort scheint alles erlaubt zu sein was den Sieg bringen könnte.
Alberto Contador, der diesjährige Tour de France Sieger aus Spanien, soll bei seinem Erfolg im härtesten Radrennen der Welt, gedopt gewesen sein. Dem 27-jährigen Radprofi sollen 0,000 000 000 05 Gramm der verbotenen Stimulanz Clenbuterol in einem Milliliter Blut nachgewiesen worden sein. Der strahlende Gewinner der Tour de France war also gedopt, als er die „Tour“ gewann. Als akademisch ausgebildeter Sportwissenschaftler und Trainer halte ich leistungssteigernde Substanzen aus gesundheitlichen und auch moralischen Gründen für sehr bedenklich. Um des sportlichen Erfolges Willen kriminell zu werden, dafür kann ich wenig Verständnis aufbringen.
Verstehen kann ich hingegen die Dopingjäger, die Aktivitäten der Welt-Anti-Doping-Agentur NADA, Dopingsünder zu überführen. Allerdings grenzt die Jagd auf den Tour de France Sieger Alberto Contador schon an „Wahnsinn“. Frei nach dem Motto, wir verschieben in unseren Untersuchungen die Kommastelle so lange nach rechts bis endlich der Hauch einer verbotenen Substanz entdeckt wird und ann haben wir den Dopingsünder.
Dopingproben kosten Geld, viel Geld. Eine „kleinere“ gründlichere  Blutuntersuchung auf verbotene Substanzen in einem zertifizierten Labor kostet mindestens 1000 Euro. Und dabei wird sicherlich nicht bis zur elften Stelle hinter dem Komma untersucht. Doch wer sucht, der findet auch, in dem Fall hat die NADA ihre eigene Dummheit gefunden. Denn wenn man mit Gewalt nach einer Substanz sucht, für die es überhaupt keinen Grenzwert nach unten gibt, allein der Nachweis von Clenbuterol  überhaupt ist bereits ein Dopingvergehen, das erinnert an eine mittelalterliche Hexenjagd. Ich wage zu behaupten, dass bei allen Tour de France Teilnehmern an der elften Stelle hinter dem Komma Spuren einer verbotenen Substanz zu finden sein werden und da zeigt sich wie absurd die Dopingjäger in ihren Jagdwahn gegen Contador vorgegangen sind. Radprofis sind keine Heiligen, und sie sind sicher die Letzten die nicht alle legalen Möglichkeiten einer Leistungssteigerung ausnützen wollen, und ob der Belastungen bei einer Tour de France auch müssen, aber es wird Zeit, die Dopingkontrolleure zu kontrollieren bevor sie noch mehr Schaden anrichten.