HausAUFGABEn

Gerhard Klinger

Das Fußball-EM-Stadion in Klagenfurt ist eröffnet. Zwar verabsäumten es die österreichischen Teamkicker, mit einer ordentlichen Leistung ein würdiges  Einstandsgeschenk zu geben, doch überstrahlte der „Prunkbau“ einige „Kinderkrankheiten“ rund um das „Hufeisen“ in Waidmannsdorf, das zum neuen Wahrzeichen der Landeshauptstadt hochstilisiert wurde.

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten, und diesen Schatten gilt es bis zur EM auszuleuchten, die Verantwortlichen haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

Thema Nummer eins wäre die Namensgebung der EM-Spielstätte. Die Hinweistafeln in und rund um Klagenfurt herum weisen den Weg zum „Wörtherseestadion“, vor dem besagten Stadion flatterten „Hypo Group Arena“-Fahnen im Wind, auf der Stadionwand kann man in großen Lettern „Sportpark Klagenfurt“ lesen.

Thema Nummer zwei wäre die Logistik. Wer beim Eröffnungsspiel das „Unglück“ hatte, für den Sektor Ost II eine Karte zu haben, der suchte auf den Wegweisern, von denen es rund um das „Stadion“ genug gibt, vergeblich nach einem Hinweis, dafür kennen diese „Unglücklichen“ schon nach dem Eröffnungsspiel das Stadion von allen Seiten und auch alle möglichen Eingänge.

Doch ein „Unglück“ kommt selten allein. Die Suche nach Reihe 9, Sitz 1, war eine Expedition im Sektor Ost II, denn irgendein Vifzack hat den Sitz 1 neben den Sitz 39 platziert, irgendwie logisch, oder?

Wer nach dem sportlich trostlosen Spiel das „Unglück“ hatte, im Sog der tausenden Fans den Ausgang in die Siebenhügelstraße nehmen zu müssen, sah sich mit zahlreichen Baumaschinen konfrontiert, musste sich in dunkler Nacht durch Bierbänke und Partytische durchschlängeln, zum Glück ist nichts passiert.

Bleiben als positive Erinnerungen der Eindruck eines imposanten Stadions und die Gewissheit, dass unsere Bundeshymne, wenn von einem Profisänger gesungen, künstlerisch hochklassig sein kann.

 

Blickpunkt 203 vom 13. September 2007