Geld und TORE

Gerhard Klinger

Wenn Real Madrid auf Einkaufstour geht, dann steht die Fußballwelt Kopf. Zuerst Kaka, dann Christian Ronaldo, das Millionen-Karussell Profifußball hat Fahrt aufgenommen, denn im Sog dieser Millionen-Transfers wird Bewegung in die Fußball-Szene kommen, denn der AC Mailand und Manchester United werden wohl alles unternehmen um für ihre „Abgänge“ die adäquaten „Ersatzleute“ zu holen.

Im bezahlten Fußball kursiert immer noch der Irrglaube „Geld schießt Tore“, auch wenn Trainer wie Otto Rehhagel schon seit Jahren ständig den Beweis liefern, dass Geld keine Tore schießt. Da gibt es galaktische Vereine und ebensolche Spieler vor denen die Fans und auch die berichtende Zunft, die Journalisten, am Bauch liegen ob der Sensationstransfers, dem schnöden Mammon huldigend, dem alleinigen Glücks- und Heilsbringer der Kicker-Gesellschaft.

Im europäischen Spitzenfußball geht es zu als gäbe es keine Wirtschaftskrise, da werden Milliardenbeträge (in Schillingen) hin und her geschoben als gäbe es kein morgen.

Große Fußballclubs werden wie Unternehmen geführt und sind so unsinkbar wie Banken, zumindest aus der Sicht der handelnden Personen. Wie unsicher Banken aufgestellt sind hat die weltweite Wirtschaftskrise wohl bewiesen, doch im Fußball gelten anscheinend andere Gesetze, wie jenes „Geld schießt Tore“.

Dieser Irrglaube wird sich bald bitter rächen, genauso wie der Irrglaube dass „Geld arbeitet“. Geld allein kann nicht arbeiten, ebenso wenig allein Tore schießen. Dahinter stehen immer Menschen die arbeiten, die eine Philosophie haben, die den Durchblick haben, die sich nicht von augenblicklichen Erfolgen täuschen lassen. Harte Arbeit, zielgerichtet und konsequent führt langfristig immer zum Erfolg, wenn man nicht Hirngespinsten nachjagt, betriebsblind wird und nicht der Selbstgefälligkeit zum Opfer fällt.

Wenn Geld Tore schießt, warum wurde nicht der FC Bayern Meister (Wert: 696 Millionen Euro) in Deutschland? Wenn Geld Tore schießt warum hat der FC Barcelona (Wert: 595 Millionen Euro) die UEFA Champions League gewonnen und nicht ManU (Wert: 1,3 Milliarden Euro), oder Arsenal (912 Millionen), oder Liverpool (Wert: 798 Millionen), oder AC Mailand (Wert: 606 Millionen Euro).

Eine Mannschaft zusammenkaufen, die besten und teuersten Spieler der Welt in den Verein zu holen ist noch kein Garant für den Erfolg. Erfolg hat viele Väter nicht nur Geld allein. Otto Rehhagel, Thomas Schaaf und auch Felix Magath haben es immer wieder bewiesen. Das Gesamtpaket muss stimmen. Wichtig dabei ist die „positive Chemie“ zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern, die Philosophie muss von den Angestellten mitgetragen werden, das Gefüge innerhalb der einzelnen Gruppen muss stimmen. Das ist der Stoff aus dem Erfolge gemacht werden. Das größte Konfliktpotential ergibt sich in der Trainerposition, denn er ist das Bindeglied zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern, er hat dafür zu sorgen, dass die positive Chemie stimmt, die Vereins-Philosophie mitgetragen wird. Die psychologischen Faktoren gehören mit zum Erfolg auch wenn es unsere, vom Geld regierte, Welt nicht gerne hören will.