GängelBAND

Gerhard Klinger

Kärntens Sportszene ist in Aufruhr, nicht nur wegen der Fußball EM im Juni. Viel Staub hat die Aussage des Landeshauptmannes ausgelöst, dem Kärntner  Fußball mit Mitteln des Zukunftsfonds zu speisen.

Gutmenschen aller Ideologien und Farben haben ein gigantisches Pfeifkonzert angestimmt und laufen gegen das Haidersche Füllhorn Sturm.

Leider basiert diese Entrüstung nicht auf sachlicher Einschätzung der Situation  im Kärntner Sport sondern sie ist wieder einmal politisch gefärbt.

Dieselben Gutmenschen haben sich in den letzten Jahren für Schulsportinitiativen wie die Berliner Agenda und vermehrte Turnstunden in allen Schulen stark gemacht, aber geschehen ist noch immer nichts.

Fast täglich hört man entrüstete Aufschreie über übergewichtige, bewegungsarme Kinder mit Haltungsschäden, doch wenn es darum geht die Misere zu beenden dann ergeht man sich in ideologischen Kleinkriegen und pfuscht weiterhin an unserem bewegungsfeindlichen Schulsystem herum.

Das österreichische Schulsystem hat es geschafft den Heranwachsenden ihren angeborenen Bewegungsdrang zu nehmen mit Lehrplänen und Unterrichtszeitplänen, die ausnahmslos auf die Lehrer abgestimmt sind.

Jede sportliche Betätigung sollte, wenn möglich, gefördert werden. Woher das Geld dazu kommt sollte nicht entscheidend sein, wichtig ist die Sache an sich.

Österreich ist in Sachen Sport, ausgenommen im Schifahren, ein Entwicklungsland in dem ein Trainerjob noch immer nicht von der Gesellschaft als Beruf angesehen wird und in dem Sportler und Sportvereine Almosenempfänger sind, die am Gängelband der Politik hängen.

 

Bickpunkt 218 vom 8. Mai