FesttagsFISCH

Gerhard Klinger

Nun gibt auch schon Greenpeace „Empfehlungen“ ab welcher Fisch auf den weihnachtlichen Festtagstisch kommen soll. Zur Schonung der Alaska-Seelachs-Bestände sollte der Pangasius in der Bratpfanne landen. Neben Pangasius empfiehlt Greenpeace in seinem aktualisierten Fischratgeber uneingeschränkt nur Karpfen und Forelle. Dabei sollten Fische aus ökologischer Aquakultur bevorzugt werden.

Wie sieht nun diese „ökologische Aquakultur“ a la Greenpeace aus?

Die Produktion von Pangasius ist ein mehr als lukratives Geschäft. Genutzt werden dabei vor allem überschwemmte Reisfelder die pro Hektar 550.000 kg Ertrag abwerfen. Die Süßwasserfische wachsen sehr schnell und sind in sehr hohen Dichten von bis zu 150 Tieren je Kubikmeter haltbar. Gefüttert werden die lieben Viecher mit Neben- und Abfallprodukten aus der Landwirtschaft wie Reis- und Fischmehl, berichtet dazu Wikipedia. Um die Algenproduktionen in diesen Fischteichen anzuregen werden teilweise Stickstoffdünger und Latrinenabfälle beigemengt. Und um das Wachstum der Fische zu beschleunigen wird vermehrt industriell gefertigtes Hochleistungsfutter verwendet.

Da bei dieser Massentierhaltung im Wasser vermehrt Krankheiten und Parasiten den Bestand gefährden kommen auch, in Europa verbotene, Antibiotika zum Einsatz. Um die Fruchtbarkeit der Weibchen zu steigern, sie können in der Gefangenschaft nicht alleine Ablaichen, werden Hormone eingesetzt. In knapp acht Monaten erreichen die Fische ihr Schlachtgewicht und werden als tiefgefrorene Filets weltweit in den Handel gebracht. Hauptabnehmer ist die EU.

Allein die Kohlendioxid-Bilanz spricht Bände wird Pangasius doch vornehmlich in Vietnam und Thailand in Fischfabriken produziert und hat dann satte 8.452 Flugkilometer auf dem Filet, gerechnet für die Distanz zwischen Bangkok und Wien.

Als Promotor für diesen ökologischen Festtagsfisch fungiert nicht nur Greenpeace sondern auch Österreichs Schinationalmannschaft. „Iss was Gscheit`s!“

Übrigens in Japan nennt man den Pangasius Klofisch (Allesfresser) ...

Keinesfalls vorenthalten will ich auch die Meinung von "Konsument" zu diesem "Wunderfisch"

http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=36430

http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=36610