22.04.2009 Sauer macht lustig - Säure macht krank

Ein gängiges Sprichwort behauptet „Sauer macht lustig“ und es ist auch bewiesen, dass einige saure Nahrungsmittel dank stimulierender Substanzen die Stimmung heben können. Ebenso richtig ist aber auch das sauermachende Nahrungs- und Genussmittel krank machen. Dazu gehören Fleisch, Zucker, Salz, Kaffee, Alkohol und Tabak. Aber nicht nur Nahrungs- und Genussmittel können zur Übersäuerung des Körpers führen sondern auch Bewegungsmangel und psychische Einflüsse wie Stress, Angst oder Trauer.

Viele Ernährungsberater sprechen und schreiben vom sauren Jahrhundert. „Saure Böden“ und „saure Regen“ sind bereits hinlänglich bekannt. Der Wohlstand hat in den letzten Jahren auch vermehrt „saure Menschen“ produziert. Bedingt durch unsere Lebensgewohnheiten, Ernährung, Bewegungsmangel und erhöhtem Genussmittelkonsum, aber auch psychischem Stress ist der Säure-Basen-Haushalt im menschlichen Körper in Schieflage und zwar Richtung „sauer“ geschlittert. Basenpulver und Basenkapseln sind momentan die  Renner bei den Nahrungsmittelergänzungspräparaten. Die von der Fachmedizin so genannten „Protonenpumpenhemmer“ wie Pantoloc gehören zu den meistverschriebenen Arzneimitteln in der westlichen Welt.

Stinksauer sein

Wenn wir „sauer“ auf jemanden sind, uns etwas „sauer“ aufstößt, „stinksauer sind“ weil uns etwas gegen den Strich läuft, dann stecken meist „Kränkungen“ dahinter, die unsere Seele belasten, also alles psychologische Erscheinungen die uns auf den Magen geschlagen haben. Einen besseren Beweis für das Zusammenwirken von Geist, Seele und Körper gibt es wohl nicht. Psychische Probleme machten sich körperlich bemerkbar, Stress äußert sich in Verdauungsproblemen, „das hat mir auf den Magen geschlagen“, „mir liegt etwas quer im Magen“, „das muss ich erst verdauen“ hin bis zur so genannten „Wut im Bauch“. Die Umgangsprache ist in dieser Hinsicht analytisch besser als die Schulmedizin, die als Reparaturmedizin nur Symptome behandelt und nicht Ursachenforschung betreibt bzw. auch nicht in der Lage ist den Ursachen eines Unwohlseins auf den Grund zu gehen.

Zivilisationskrankheit

Sodbrennen, wie die Überproduktion von Magensäure im Volksmund genannt wird, von Medizinern als „latente Azidose“ als körperliche Dysfunktion diagnostiziert und schulmedizinisch behandelt, gehört zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Zivilisationskrankheiten der Wohlstandsgesellschaften westlicher Prägung.

Wer ist nun zuständig in unserer organorientierten Schulmedizin, wenn Sodbrennen das Wohlbefinden beeinträchtigt?

Der Allgemeinmediziner oder Hausarzt wird, wenn die Beschwerden nach Einnahme von Basenpräparaten nicht aufhören, ein Medikament verschreiben meist „Pantoloc“. Je nach Intensität des Säureflusses gibt es hier unterschiedliche Dosierungen dieses „Protonenpumpenhemmers“. Nahe gelegt wird dabei meistens in den Patientengesprächen auch eine Änderung der Lebensgewohnheiten. Ffür eine detaillierte, ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Problematik fehlt, fast immer, die dafür notwendige Zeit.

In der mündlich überlieferten Hausapotheke der Großmutter wird als Hausmittelchen gegen Sodbrennen „Wasser trinken, reines Quellwasser“ empfohlen.

Der Fitnesstrainer, dem man/frau zufälligerweise sein Leid geklagt hat rät zu Ausdauertraining und Basenpulver.

Ein Arbeitskollege regt zu regelmäßigen Saunabesuchen an.

Eine bekannte Diätassistentin rät unbedingt zu einer generellen Ernährungsumstellung.

Für die Schwiegermutter ist klar, dass unser Alkoholkonsum und das Rauchen schuld sind.

Kaffee und Süßigkeiten sind das Hauptübel, wird uns von wohlwollenden Verwandten suggeriert.

Auf die Idee einen „Seelenklempner“ zu konsultieren kommt wohl niemand. Dass uns beruflicher Stress oder private Probleme so auf den Magen schlagen, dass die Wut in uns hochkommt, kann doch damit nichts zu tun haben? Das bisschen Sodbrennen, ich bin doch nicht verrückt, oder?

Botschaft des Körpers

Wenn sich der Körper durch Schmerzen anfängt zu wehren, dann ist das eine Botschaft der sterblichen Hülle, genannt Körper gegen den Geist, genannt Hirn, „hey, pass auf, Du machst was falsch, wenn Du so weiter machst ist Deine Gesundheit gefährdet.“

Den Schmerz des Sodbrennens kann frau/man leicht betäuben, die Pharmaindustrie liefert genügend Mittelchen auf Kasse, zu berappen ist ja nur die Rezeptgebühr. Einfacher, billiger und auf die Dauer gesünder ist es allerdings auf dieses Warnsignal zu achten und die Konsequenzen für sich und sein Leben daraus zu ziehen.

Zusammenhänge

 In den folgenden Kapiteln möchte ich rund um das Symptom „Sodbrennen“ die scheinbar komplexen Zusammenhänge im menschlichen Körper einfach und nachvollziehbar erklären ohne mich hinter der Geheimsprache der Ärzte zu verstecken. Werde versuchen den Schleier über die ganzheitlichen Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele zu lüften und das Bewusstsein vermitteln, dass nicht Ärzte für unsere Gesundheit allein verantwortlich sind. Wir selbst tragen  den Großteil der Verantwortung dafür, ob wir gesund altern wollen oder ob wir auf die Reparaturmedizin vertrauend unseren Körper weiterhin unnötig belasten auf Kosten unserer Lebensqualität.

Täglich Sonntagsbraten

Die Übersäuerung des menschlichen Körpers ist kein Phänomen, sondern die logische Konsequenz unseres Lebensstils in den letzten Jahrzehnten. Seit über 60 Jahren lebt die westliche Welt in Frieden und seit 40 Jahren auch einigermaßen in Wohlstand.

Dieser Wohlstand hat dazu geführt, dass der Sonntagsbraten und das Samstagsschnitzel fast jeden Tag auf den Küchentisch kommen. Obwohl der Mensch kein reiner Fleischfresser ist, ist Fleisch zum Hauptnahrungsmittel für uns geworden. Gewürze wie Salz und Zucker gehören ebenso zum Alltag wie die Genussmittel Kaffee, Alkohol und Nikotin. Die zunehmende Technisierung hat die körperliche Arbeit zurück gedrängt. Schülerfreifahrt und die ständig steigende Mobilisierung mittels Kraftfahrzeugen haben ebenso zu einer Bewegungsarmut geführt wie der Zeitdruck bei den prestigeträchtigen passiven Freizeitvergnügungen. Die Zeiten in den die Mütter noch zu Hause waren sich und Kind und Küche gekümmert haben sind vorbei. Die moderne Frau von heute schafft Karriere und Familie mit links, hat allerdings das Kochen verlernt. Fastfood und Pizzaservice gehören heute zum Alltag genauso wie Zuckerlimonaden und Popups.

Gesunder Hausverstand

Der „gesunde Hausverstand“ mutierte zur Märchenfigur und kommt nur mehr in Werbesendungen vor. Und wenn einmal der Körper gegen die ungesunde Ernährung in Form von Sodbrennen aufbegehren sollte, die Pharmaindustrie hilft, wo früher ein Glas „herrlich perlendes Samarin“ und ein wenig Hausverstand gereicht hätte.

Wir sind Opfer der Werbung geworden. Die psychologisch bestens geschulten Werbefritzen haben uns am linken Fuß erwischt. Mit „iss was gscheites“ ist es doch tatsächlich gelungen, dass ein großer Teil der Bevölkerung glaubt panierte Fischstäbchen ebenso gesund seien wie Hamburger, wenn sie aus Fleisch von Tieren mit dem AMA-Gütesiegel kommen. Von den coolen Erfrischungsgetränken ganz nicht zu schweigen. Koffein und Kohlsäure sorgen für eine neurologische Fehlinformation, wir glauben das Getränk erfrischt uns, dabei ist es höchst hypertonisch, es entzieht den Körper Wasser und sorgt für eine zusätzliche Übersäuerung des Organismus.

Informationsdefizite

Besonders schlimm ist es beim Weizenmehl. Das Abfallprodukt beim Mahlen, dass als Futtermittel für Tiere verwendet wird ist wesentlich nahrhafter und gesünder als das was abgefüllt und verkauft wird.

Das größte Manko rund um das Sodbrennen ist die Information. Wir haben es verlernt oder noch gar nicht gelernt, wie wichtig die so genannte ausgewogene Ernährung ist und wie wichtig die mittlerweile als arme-Leute-Essen abgewerteten Gemüse wie Kohl, Kraut und Kartoffeln (da sind nicht Pommes frites gemeint) für den ausgeglichen Säure-Basen-Haushalt im Körper sind.

Entsäuerung

Der menschliche Körper besitzt zahlreiche „Entsäuerungsmechanismen“, die mithelfen der täglich anfallende Säureflut Herr zu werden. Leber, Lunge, Nieren, Darm und Haut sorgen dafür, dass die schädliche Säure aus dem Körper ausgeschieden wird. Diese Ausscheidungsfähigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab, der Körper wird gezwungen um eine Übersäuerung des Blutes, der Organe und des Gehirnes zu verhindern Säuredepots anzulegen. Er macht diese Depots in Bindegeweben und versucht noch zusätzlich zur Bindung der Säure Kalzium aus den Knochen zu holen (Osteoporose). Diese biologische Reaktion auf Säureattacken  kennt man von Fichten. Dieser Nadelbaum reagiert auf die Übersäuerung mit erhöhter Zufuhr von Basenbildner wie Kalium und Magnesium. Können diese Basenbildner nicht aus dem Boden geholt werden, da auch der Boden bereits Sauer ist, stößt die Fichte die ältesten Nadeln ab, damit sie die jungen Nadeln vor Übersäuerung schützen kann. Dies macht sie solange bis sie auch die jungen Triebe nicht mehr schützen kann, der Baum stirbt.

Säurekatastrophe

Säureforscher sprechen sogar davon, dass Krebs nichts anders sei als das Endstadium einer über Jahrzehnte hinweg wirkenden Säurekatastrophe. Neurosen, Psychosen, Migräne, Rheuma, Herzinfarkt und Schlaganfall und auch Zuckerkrankheit haben ihre Ursachen im Abrutschen des Körpers ins saure Milieu.

Das große Problem ist die Messbarkeit der Übersäuerung, da der Säurehaushalt ständig Schwankungen ausgesetzt ist. Treten einmal deutliche Symptome wie ständige Sodbrennen oder Gichtanfälle auf, dann ist es höchste Zeit gegenzusteuern.
Gegensteuern heißt den Körper immer wieder in seinem Kampf gegen die Säureattacken zu unterstützen, ihm beim Abtransport der schädlichen Säure behilflich zu sein, Säurefluten zu verhindern in dem man zum Beispiel genügend Wasser trinkt, wenn Säuren zu neutralisieren sind, die einseitig sauren Genuss-Sünden nicht übertreibt und erkennt, dass wir selbst entscheiden kann wie sauer wir werden wollen.

Eigenverantwortung

Im Mittelpunkt steht dabei der ganzheitliche Ansatz der Meta-Medizin, das Erkennen der Zusammenhänge, das Zusammenführen der einzelnen Ansätze aus Schulmedizin, Naturheilkunde, Psychologie, Psychotherapie, Ernährungskunde, Trainingslehre und anderer Teilbereiche, wie zum Beispiel die Glücksforschung, unter besonderer Berücksichtigung der Eigenverantwortung und Selbstzweckhaftigkeit. Dies soll ein Beitrag dazu sein uns selbst als Mensch mit Körper, Geist und Seele zu erkennen, diese direkten und indirekten Verknüpfungen zu begreifen und befähigt zu werden die eigene Gesundheit mitzugestalten.