10 Jahre im Zeichen der Frauengesundheit

Foto: LPD / Monika Zore

„Frauengesundheit gehört, gesehen“ lautete das Motto mit dem das Frauengesundheitszentrum Kärnten anlässlich seines 10 jährigen Bestehens mit einem offenen Zelt mitten auf den Villacher Hauptplatz über seine Angebote und Tätigkeiten informierte. Gemeinsam mit Gesundheitsreferent LR Peter Kaiser und der Villacher Sozialstadträtin Gerda Sandriesser blickte FGZ-Leiterin Regina Steinhauser auf eine Vielzahl erfolgreicher Projekte und Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes von Kärntens weiblicher Bevölkerung zurück.

Das FGZ ist DAS Kompetenzzentrum für Frauengesundheit und für mich als Gesundheitsreferenten ein unverzichtbarer und nicht mehr weg zu denkender Partner in der Sicherstellung der Gesundheitsversorgung der Kärntnerinnen und Kärntner“, so Kaiser, der seit kurzem auch als Gleichbehandlungsreferent für Frauenanliegen außerhalb der Gesundheit zuständig ist. 52 Prozent der Kärntner Bevölkerung sei weiblich. Umso wichtiger sei es, laut Kaiser, auf die nachweislich vorhandenen geschlechtsspezifischen Gesundheitsbedürfnisse der Frauen Bedacht zu nehmen.

„Frauen haben andere Krankheitssymptome als Männer und sie reagieren vielfach anders auf Behandlungen und Medikamente“, so Kaiser. Deswegen müsse auch die Gesundheitsvorsorge entsprechend geschlechtsspezifisch erfolgen. Der Gesundheitsreferent verwies auf das in Kärnten als erstem Bundesland ausgearbeitete und in Umsetzung befindliche Frauengesundheitsprogramm mit 57 Maßnahmen, die Punkt für Punkt abgearbeitet würden. Als Beispiel nannte Kaiser eine 2007 und 2008 durchgeführte Aufklärungsreihe zum Thema „psychische Erkrankungen“.

Orientierungshilfe, Wissensvermittlung und Frauengesundheit zum Thema zu machen, sind die wichtigsten Leistungen des FGZ. Neben Frauen und Mädchen, nutzen Fachkräfte, Gemeinden aber auch Entscheidungsträgerinnen das FGZ Kärnten als Informations- und Anlaufstelle. Die Mitarbeiterinnen gehen in Gemeinden, Schulen, Firmen und Institutionen, um Mädchen und Frauen den Zugang zu Gesundheitsinformationen zu erleichtern. Am Standort in Villach werden kostenlose und anonymen Beratungen, eine umfassende Bibliothek und ein Lehrmittelverleih angeboten. Die Ausarbeitung von Entscheidungsgrundlagen und Modellprojekten ist neben der fachlichen Unterstützung von MultiplikatorInnen eine weitere Kernaufgabe des einzigen Frauengesundheitszentrums im Bundesland Kärnten.

„Frauengesundheit zu fördern und zu erhalten ist kein Privatvergnügen Einzelner. Sie ist eine Investition in die Zukunft von Frauen wie Männern und Kindern, denn noch immer sind Frauen die Gesundheitsministerinnen in Familien. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten, wo Sorge um den Arbeitsplatz und finanzielle Nöte, die Menschen schwer belasten. In die Zukunft blicken wir als gemeinnützige  Einrichtung, daher mit der Frage: Wie viel ist die Gesundheit von Frauen, von Töchtern, Müttern, Schwestern und Omas den Entscheidungsträgern in unserem Land wert? Mit der Antwort werden wir arbeiten, hoffentlich noch mindestens weitere 10 Jahre“, so Regina Steinhauser, Geschäftsführerin des FGZ Kärnten.

122.731 Menschen wurden seit der Eröffnung vom Frauengesundheitszentrum Kärnten informiert  beraten und unterstützt. 1.428 Beratungen und persönliche Gespräche wurden Mädchen, Frauen und Angehörigen kostenlos und anonym ermöglicht. 779 Veranstaltungen wurden in den unterschiedlichsten Kärntner Gemeinden von Heiligenblut bis Reichenfels durchgeführt. 71.700 Kilometer legten die Mitarbeiterinnen im Einsatz für Frauengesundheit bisher zurück. Mit 2.871 Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren wurden Präventivworkshops in Schulen und Jugendheimen durchgeführt. 9.672 Stunden war die Bibliothek geöffnet in der 978 Bücher Frauen kostenlos zur Verfügung stehen. 146 Pressemeldungen wurden ausgesendet. 1.460 Exemplare des erarbeiteten Handbuchs für Eltern und pädagogische Fachkräfte zur Hilfe bei Essstörungen wurden bisher abgegeben oder verschickt u. a. sogar bis nach Frankreich und vergangenen Monat ging ein Buch auf die Reise nach Australien. 28 Projekte u. a. zu Themen wie Selbstverletzendem Verhalten, Psychische Gesundheit, Gewalt, Sexualität und Gesundheit, Gebärmutterhalskrebs  wurden entwickelt und umgesetzt

Davon allein sechs Modellprojekte wie der „Erste Mädchengesundheitskalender“ oder „Lust auf Leben“ ein Programm zur Prävention von Essstörungen.

 

Infos:

Frauengesundheitszentrum Kärnten GmbH

Völkendorfer Straße 23

9500 Villach

Tel.: 04242 - 53055

Fax. 04242 - 53055 - 15

E-Mail: fgz.sekretariat@fgz-kaernten.at

Internet: www.fgz-kaernten.at