Der Traum wurde war ...

Alex Peball (d-lineman@gmx.net)

Bei der American Football B-EM in Wolfsberg konnte sich der Gastgeber Österreich mit einem 42:0 Finalsieg über Dänemark den Titel holen und somit in die Elite des Europäischen Footballs vorstoßen.

143:3 Punkte aus drei Spielen sprechen glaube ich Bände. So dominant war Österreich selten in einer Sportart. Keinen Touchdown zu gelassen, den Gegner nie ins Spiel kommen lassen und immer eine Antwort auf die Bestrebungen der Gegner, Punkte zu erzielen, parat gehabt. Die Verteidigung war sensationell stark und perfekt auf jeden Gegner eingestellt. Mit solch einer Rückendeckung kann Österreich niemand in Europa das Wasser reichen. Klar werden bei der A-EM nächstes Jahr in Deutschland andere Kaliber wie, eben Deutschland, Frankreich oder Großbritannien, im Weg stehen, doch mir wird angesichts dessen kein graues Haar wachsen. Dieses Team Austria hat enorm großes Potential und genug Feuer im Herzen um es mit den Besten aufzunehmen.

Angesichts der EM in Wolfsberg kann man viele Superlative dem Österreichischen Team zuordnen. Und natürlich muss man in Hinblick auf das nächste Jahr wieder relativieren. Doch Fakt ist für mich dass Österreich an die Spitze Europas gehört und sich das Titelrennen zwar spannend aber mit zwei Konstanten gestaltet. Deutschland und eben Österreich.

Der „große Bruder“ ist zweifelsohne ein Footballland mit einem großen Pool an hervorragenden Spielern. Jedoch scheint es so, als ob die Entwicklung stehen geblieben scheint. Die Vereine haben sich auf den gewonnen Europacup- und Europameisterschaftslorbeeren der Vergangenheit ausgeruht und glänzten seit Jahren durch Abwesenheit in den internationalen Vereinsbewerben, da man diese Bewerbe für zu Unwichtig erachtete. In dieser Zeit hat Österreich versucht aufzuholen und sich weiterzuentwickeln. Der Schritt des AFBÖ, auf einen gut ausgebildeten Jugendspielerpool zu setzen und dafür einen Zwangsabstieg des Männernationalteams in Kauf zu nehmen zeugt von Weitblick und Zukunftsdenken.

Auch bei den österreichischen Vereinen leistete man gute Arbeit. Zwar ist die Österreichische Meisterschaft eine kleine mit nur vier Vereinen im Oberhaus und zwei Teams in einer so genannten „Interdivison“ zwischen erster und zweiter Liga. Jedoch ist das Leistungsniveau so flach dass das Team welches nach dem Grunddurchgang an vierter Stelle rangierte die Austrian Bowl gewann und die Carinthian Black Lions aus der „Twilightzone“, eben dieses Team im Grundruchgang besiegte.

Eines kann jetzt schon vorweg nehmen. Deutschland und alle anderen Gegner müssen sich nächstes Jahr ganz warm anziehen wenn sie auf das Österreichische Team treffen sollten. Mit der Euphoriewelle des Aufstiegs und mit dem Wissen es sowohl Offensiv als auch Defensiv mit jedem Gegner aufnehmen zu können wird man nach Frankfurt reisen. Auch die beruhigende Tatsache so namhafte Ausfälle wie z.B. der eines Florian Grein wegstecken zu können weil man eben einen hervorragenden jungen Spielerpool zur Verfügung hat, lässt in Ruhe auf dieses kommende Großereignis hinarbeiten.

Im abschließenden All Star Team der B-EM finden sich nicht weniger als elf Österreicher. Ein klarer Beweis dafür welche Qualität in der Österreichschen Equipe herrscht. Klar sollte man immer bedenken dass Nationen wie Dänemark, welches über ein junges Team mit viel Potential verfügt, Italien, das ein routiniertes, körperliches starkes jedoch schon etwas älteres Team ist, oder die Tschechische Republik, denen vielleicht auch die nötige Professionalität gefehlt hat, nicht unbedingt die großen Gradmesser waren. Doch im Football ist immer viel Möglich und man muss auch erstmal solche Spiele gewinnen.

Zu guter Letzt kann man eigentlich nur sagen, die EM in Wolfsberg hat Appetit auf mehr gemacht und man kann sich schon jetzt auf 2010 freuen, wo die A-EM in Frankfurt statt finden wird. Und 2011 hat Österreich den großen Coup gelandet und wird Veranstalter der Weltmeisterschaft sein.

Finalergebnisse Sonntag:

Spiel um Platz 3: Tschechische Republik – Italien 27:17

Finale: Dänemark – Österreich 0:42

 

BEC 2009 All Star Team

Offense:

QB, Christoph Gross, Austria
RB, Andrej Kliman, Austria
RB, Martin Dlouhy, Czech Republic
WR, Martin Vester, Denmark
WR, Jakob Dieplinger, Austria
WR, Claudio Mangano, Italy
OL, Valentin Gruber, Austria
OL, Christoph Kipperer, Austria
OL, Bernd Leitsoni, Austria
OL, Jakub Kralik, Czech Republic
OL, Josef Hoska, Czech Republic

Defense:

DL, James Canetti, Italy
DL, Ferrain Pallarollas, Spain
DL, Florian Grünsteidl, Austria
DL, Mario Rinner, Austria
LB, Florian Süss, Austria
LB, Jan Simanek, Czech Republic
LB, Kaspar Ryhr Oelund, Denmark
DB, Peter Svande, Czech Republic
DB, Christoph Putz, Austria
DB, Christoph Schreiner, Austria
DB, Enrico Leonardi, Italy

Specialists:

K, Andrea Vergazzoli, Italy
KR, Stanislav Jantos, Czech Republic