04.04.2010 Wachablöse und Trainerwechsel

Die beiden Kärntner Handballklubs HCK und SCF nahmen sich zwar eine österliche Auszeit, der Handball pulsierte trotzdem weiter. Der SCF wechselte heimlich, still und leise seinen Übungsleiter und der HCK verschob seine Partie gegen Schwaz in den Mai. Gespielt wurde trotzdem im Aufstiegs-Play-off und da gab eine Wachablöse in der Steiermark.

Schon zu Beginn der Karwoche gab Mag. Mariusz Kaczmarek, bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere, als SCF-Trainer w.o. Neuer Übungsleiter ist Wolfgang Wischounig, bislang Co von Kaczmarek, die fehlende Trainerlizenz liefert Legionär Dino Poje, der quasi als Spielertrainer fungieren soll. Schon kurz nach dem Osterfest gibt es ein Kärntner Trainings-Duell. Der HCK,  Schlusslicht des Aufstiegs-Play-offs trifft in einem Probegalopp auf den Inhaber der roten Laterne im Abstiegs-Play-off, den SCF.

Obwohl sich der HCK nicht an der vorösterlichen Punktejagd im Aufstiegs-Play-off beteiligte, gespielt wurde trotzdem. In Bärnbach gab es das steirische Duell um die Nummer eins in der grünen Mark zwischen den Hausherren und HLA-Ligisten Leoben. In Graz empfing HC Seiersberg den Tabellenführer West Wien  und Stockerau traf in NÖ-Derby auf Tulln. Also dreimal Bundesliga gegen HLA. Im steirischen Derby wurde die Wachablöse um die Nummer eins in der Steiermark vollzogen. Die HSG Bärnbach/Köflach löste mit einer imposanten zweiten Hälfte Union Leoben als bestes steirisches Team endgültig ab. Für die Weststeirer war der Sieg ein weiterer Mosaikstein für den HLA-Aufstieg, für die Obersteirer wahrscheinlich ein weiterer Schritt in Richtung abstieg. In einem überharten, dramatischen Spiel, in dem die Torhüter Gerhard Prettenthaler und Raphael Sargant im Mittelpunkt standen hatte Leoben den besseren Start. Geschickt wurde das Spiel zerstört und den Bärnbachern das Tempo genommen. Sargant im Leobner Tor und die Torstange sorgten dafür, dass Bärnbach/Köflach mit einem Rückstand in die Pause ging. Doch nach dem Wechsel war Leoben mit seiner Zerstörtaktik am Ende. Tor um Tor holten die Weststeirer vor über 1.000 Fans auf und spielten die Partie trocken nach Hause. Eine „Schrecksekunde“ dauerte in der Schlussphase fast eine halbe Stunde. Leobens Raul Santos war nach einem Zusammenstoß mit einem Mitspieler mit Verdacht auf eine Wirbelverletzung liegen geblieben. Das Leobens Präsident Claus Hödl nach diesem Vorfall ausflippte ist zwar verständlich, aber nicht tolerierbar, eine gute Kinderstube sieht anders aus.

Schon vor dem Spiel lies der Präsident seine Muskeln spielen, opferte den Klagenfurter Marko Jovetic als Spielmacher, an seiner Stelle spielte Ladislav Vlnka auf der Mitteposition konnte allerdings, als gelernter Flügel, dem Spiel nicht die nötigen Impulse geben. Für Marko endet das „Abenteuer“ Leoben im Sommer. Er kehrt wieder nach Dänemark zurück und hofft auf eine Arbeitserlaubnis um dort in der ersten Liga Fuß zu fassen. Für den zweiten Klagenfurter im Dress der Leobner ist die Saison zu Ende. Nach fast zwei Monaten Verletzungspause feierte Wolfgang Fürstler sein Comeback auf der linken Aufbauposition. Er ließ sich extra für diese Entscheidungspartie „fitspritzen“, doch merkte man ihm die lange Pause ab, die Knieverletzung wurde wieder akut. Der Dritte im Bunde des Kärntner Trios Goran Pajicic kämpfte wie immer und brillierte als Abwehrchef bis zu seiner roten Karte sechs Minuten vor dem Ende. Ob Goran nächste Saison in Leoben spielt ist ungewiss, er wird wie Raphael Sargant vom HC Seiersberg umworben.

Der Klagenfurter bei Bärnbach/Köflach, Dean Pomorisac hatte zwar als Werfer einen rabenschwarzen Tag erwischt, nur ein Tor aus neun Versuchen, dabei sechsmal die Torumrandung getroffen, doch nach dem Derbysieg war die äußerst negative Wurfbilanz kein größeres Thema.

In den beiden übrigen Spielen in der Karwoche bestätigten die HLA-Klubs West Wien und Tulln die Trends der letzten Wochen. Tulln setzte seine Negativserie fort und verlor das niederösterreichische Derby gegen Aufsteiger Stockerau, West Wien siegte beim HC Seiersberg.

Fotos von Bärnbach/Köflach gegen Leoben