24.01.2012 Soziales Netzwerk im Lavanttal

"Pflegeheime sollen in Zukunft als soziale Kraftwerke fungieren, die auch als Dienstleister für Anrainer in ihrer Nachbarschaft tätig sind. Erstmals wird dieses Konzept in Frantschach umgesetzt", teilte Sozialreferent LR Christian Ragger  bei einer Pressekonferenz mit. Gemeinsam mit dem Wolfsberger Stadtrat Harald Trettenbrein und Vizebürgermeister Heinz Hochegger wurden die Sozial- und Wohnbauinitiativen 2012 für das Lavanttal vorgestellt. Neben dem seit einem Jahr in Betrieb stehenden Pflegeheim sollen im Frühjahr 18 betreubare Wohnungen der gemeinnützigen Genossenschaft "Vorstädtische Kleinsiedlung" von Senioren bezogen werden. "Diese Synergieeffekte von betreubarem Wohnen und Pflegeheim sollen künftig möglichst oft genutzt werden", betonte Ragger.

Im Lavanttal gebe es noch Bedarf an Jugendwohlfahrtsangeboten. Dieses Defizit soll behoben werden, indem Lavamünd eine Einrichtung für 20 Jugendliche erhält. "Das wird das zweite Sozialprojekt sein, das Kärnten gemeinsam mit Slowenien schafft", kündigte Ragger an. Ähnlich wie in Globasnitz, wo kürzlich eine Tagesstätte für beeinträchtigte Kinder aus Kärnten und aus den benachbarten Orten in Slowenien eröffnet worden ist, sollen auch in Lavamünd Kinder und Jugendliche aus beiden Ländern, die aus zerrütteten Familien stammen, eine qualifizierte Betreuung bekommen. "Das ist ein weiteres grenzüberschreitendes Projekt in der Jugendwohlfahrt, welches europaweit als Vorbild dienen wird", erläuterte Ragger. Er werde sich auch bemühen, hierfür EU-Fördermittel abzurufen.

Einen besonderen Schwerpunkt will Ragger in diesem Jahr auf die Beschäftigung von Frauen legen. Zu diesem Zweck soll es ein gemeinsames Projekt mit dem AMS, den Gemeinden, Banken und anderen Organisationen im Lavanttal geben. Dadurch soll die Zahl von arbeitsuchenden Frauen im Bezirk Wolfsberg reduziert werden. In diesem Zusammenhang verwies Ragger darauf, dass Land und AMS auch 2012 die Beschäftigung von Empfängern der Mindestsicherung gezielt unterstützen. Er appellierte an alle Gemeinden und Sozialorganisationen, dieses Angebot zu nützen. "Die Einrichtungen müssen nur knapp zehn Prozent der Kosten selbst tragen, den Rest decken AMS und Land ab“, führte Ragger aus. Mit dem Grundsatz "lieber Beschäftigung fördern, als erzwungene Untätigkeit mit der Mindestsicherung", habe der Aufwand für die Sozialhilfe massiv reduziert werden können.

Das erfolgreiche Pilotprojekt "Pflege und Gesundheitsservice" aus Wolfsberg werde nun auf ganz Kärnten ausgedehnt. "Das PGS Wolfsberg findet nun in den Räumlichkeiten der Bezirkshauptmannschaft seine Heimat, wo auch ein barrierefreier Zugang gewährleistet ist", so Trettenbrein. Auch die Schaffung eines neuen alternativen Lebensraumes in Prebl stehe im Vordergrund. "Damit erfolgt ein weiterer Lückenschluss bei der Pflege im Lavanttal im dezentralen Raum", bekräftigte er.

Auch nehme das größte Investitionsprojekt in der Geschichte des Sozialbereichs "Generationenpark Neudau in Wolfsberg" nun weitere Formen an. "Es befindet sich bereits in der zweiten Baustufe mit 149 Wohneinheiten, ein Bauvolumen von 21 Millonen Euro wird auslöst", erklärte Hochegger. Ein weiteres Leuchtturmprojekt für Wolfsberg sei auch der Wohnpark Aichelburg. Hier würden eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung, barrierefreie Wohnungen für Senioren und Eigentumswohnungen entstehen.