09.05.2010 SC Ferlach taumelte mit „System“ in den Abstieg

Nur sieben Kilometer Luftlinie liegen zwischen Ferlach und Klagenfurt. Nach diesem Samstag hat zwar Ferlach weiterhin eine bundesligataugliche Handballhalle aber keinen Bundesligaklub mehr. Klagenfurt hat zwar keine bundesligataugliche Halle, dafür mit dem HCK einen Verein der sich sogar Hoffnung auf die HLA machen darf.

Ohne Herz und ohne Hirn, so taumelte der SC Ferlach in dieser Saison in den Abstieg. Nach sieben Jahren Bundesliga war die mehr als peinliche Heimniederlage gegen Hollabrunn nur mehr die logische Konsequenz der jahrelang an den Tag gelegten Ignoranz und Präpotenz. Mit dieser Mannschaft abzusteigen war schon eine Kunst. Ein Kunststück war es auch im Abstiegs-Play-off die fünf Bonuspunkte leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Der SCF hat es verabsäumt im hier und heute zu leben. Stattdessen sonnte man sich in Erfolgen der Vergangenheit und träumte den Traum von der HLA. Das böse Erwachen in der Realität heißt jetzt Regionalliga und ein jahrelanger Abschied von der Bundesliga. Die Grundsieben des SCF hatte heuer nahezu HLA-Format, doch südlich der Drau weiß man wahrscheinlich auch heute noch nicht, dass eine Mannschaft aus 14 Spielern besteht und, dass in einer Schnelligkeitssportart das ständige Wechseln der Spieler ein absolutes Muss ist. Doch der SCF spielte auch in dieser Saison Ironman-Handball, wie in der Steinzeit. Egal wer das Sagen auf der Bank hatte, gewechselt wurde, wenn überhaupt, erst dann wenn der Spieler nicht mehr konnte. Ohne Plan und System kann man nicht gewinnen, selbst dann nicht, wenn man gute Einzelspieler hat.

Während in Ferlach der Abstieg beweint wurde führte der HCK in Viktring Freudentänze auf. Im direkten Duell um den vierten Platz wurde Leoben überraschend klar besiegt, damit lebt die Chance auf die HLA weiter, obwohl es die Klagenfurter aus eigener Kraft,  alleine nicht mehr schaffen können, da der HC Seiersberg in Stockerau gewann. Wer befürchtet hatte, die Mittwoch-Partie gegen Schwaz hätte den Klagenfurt zu viel Substanz gekostet wurde positiv überrascht. Überfallsartig startete der HCK in die Partie. In den ersten neun Minuten wurden sieben Würfe auf das Leobner Tor abgegeben, alle führten zu Toren. Allein fünf davon gingen auf das Konto von Branko Bedekovic. Allerdings muss man festhalten, dass die Schiedsrichter den Obersteirern in dieser Phase dreimal in Folge die Chance auf eine schnelle Mitte nahmen. In der äußerst hektischen Partie vergeigte der HCK bis zur 52. Minute eine komfortable sechs-Tore-Führung geriet erstmals sogar in Rückstand. Am Ende lachte ein 35:31 Sieg von der Anzeigetafel. Während die Leobener, ob einiger nicht ganz nachvollziehbarer Pfiffe, mit den Schiedsrichtern haderten, feierte der HCK und hofft in den letzten drei Runden auf Schützenhilfe in den Spielen gegen die beiden HLA-Rückkehrer West-Wien und Schwaz. Dabei wäre der Aufstieg des HCK für den Klagenfurter Handball äußerst wichtig, denn dann würde endlich das Ballspielkompetenzzentrum in der Hypo-Arena endlich fertiggebaut werden, denn die Turnhalle in Viktring wird endlich auf Vordermann gebracht und steht monatelang nicht zur Verfügung.