12.10.2011 Kärntner „renovieren“ Domenig-Bau in Graz

Renovieren preisgekrönten Domenig-Bau in Graz: Wladimir Goltnik, Franz Steinkellner, Gernot Valent, Michael Frank, Markus Heitzmann, Johannes Doler, Hans Zarfl, Lovro Pandel und Johann Gegg.

Im West von Graz, genauer gesagt in der Georgigasse in Eggenberg steht ein unter Denkmalschutz stehender Betonbau, der einst nach Plänen des Kärntner Architekten Günther Domenig errichtet wurde. Seit zwei Jahren wird das Gebäude renoviert und wieder sind Kärntner mit dabei.

Jahrzehntelang beherbergte der 1964 errichtete Betonkomplex in Graz-Eggenberg die Kirchliche Pädagogische Hochschule des Diözese Graz-Seckau. Nicht nur die Pädagogikstudenten wurden hier unterrichtet, angeschlossen waren auch ein Internat und eine Übungsvolksschule. Mittlerweile ist die Hochschule in die Lange Gasse übersiedelt, neue Mieter im „Domenig-Haus“ sind das BG GIBS, die Graz International
Bilingual School, ein zweisprachiges Bundesgymnasium und ein Kindergarten. Eigentümer der Liegenschaft ist nach wie vor die Diözese Graz-Seckau.

Vor drei Jahren wurden die ersten Skizzen für die Renovierung des gesamten Gebäudekomplexes gemacht. „Zuerst wurden wir als Trottel dargestellt. Man fragte sich warum wir das machen“,  erinnert sich Franz Steinkellner vom Gebäudemanagement der Diözese Graz-Seckau.

Kärntner Architekt

„Es war auch eine große architektonischer Herausforderung, denn bei einem unter Denkmalschutz stehenden Betonbau gibt es zahlreiche gesetzliche Auflagen zu erfüllen und Betonwände können nicht versetzt werden“,  so Wladimir Goltnik, der führende Architekt der Sanierung. Als gebürtigem Kärntner war es für ihn und sein Team eine besondere Herausforderung einen Bau von Günther Domenig zu renovieren. „Es war ein sensibler Umgang mit der Bausubstanz notwendig, es galt den Charakter des Bauwerkes zu erhalten, es leben zu lassen und nicht zu Tode zu renovieren“, so Goltnik. In der ersten Bauphase die im Vorjahr abgeschlossen wurde ist ein Holzzubau errichtet worden, der sich harmonisch ins Gesamtbild einfügt. In der zweiten Baustufe die 2011 über die Bühne ging wurden aus dem ehemaligen Internatsräumen Wohnungen gemacht. „Von den 41 Einheiten sind bislang 40 fix vermietet, wir starten quasi mit Vollvermietung“, ist Franz Steinkellner zufrieden mit der Entwicklung der Sanierungsvorhaben.

Lavanttaler Tischler

Insgesamt wurden über sechs Millionen Euro in das Renovierungsprojekt gesteckt. Davon entfallen allein 1,3 Millionen an die Lavanttaler Tischlergemeinschaft. „Sowohl in der Baustufe eins als auch in der Baustufe zwei haben wir Aufträge von etwa je 650.000 Euro erhalten, haben Arbeit ins Lavanttal geholt“, bilanziert Hans Zarfl, der Obmann der Lavanttaler Tischler. Seine Firma, die Projektabwicklung hatte Johannes Doler und das Team mit Herbert Dohr und Gerhard Brunner inne, war für die Türen verantwortlich, Harald Paier, ebenfalls ein Tischler der LTG für die Sanierung der Fenster und Wandverkleidungen. Weitere Tischerarbeiten wie Eingangstüren und Stiegenhandläufe besorgte Johann Gegg aus Gressenberg. Für die Sanierung der Glasflächen sorgte Lovro Pandel von S.T. Opal aus Prevalje.

Bauherrenpreis 1967

Die Schulanlage von Günther Domenig in Graz Eggenberg, sie stammt aus dem Jahr 1964, war eine der ersten Arbeiten des bekannten Klagenfurter Architekten in der steirischen Landeshauptstadt. Damals war Domenig in einer Bürogemeinschaft mit dem aus Indonesien stammenden Architekten Eilfried Huth. 1967 wurde dieses Bauwerk mit dem Österreichischen Bauherrenpreis ausgezeichnet.