31.05.2012 Kärnten braucht Innovationsspirale

Kärnten zählt zu den führenden Bundesländern im außeruniversitären Bereich von Forschung und Entwicklung. Damit diese Führungsposition auch in Zukunft erfolgreich verteidigt werden kann und die Rahmenbedingungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Land weiterhin gewährleistet sind, wurde der Unternehmensbeirat für Innovation gegründet. Vertreter von elf Kärntner Topbetrieben sorgen in Zukunft dafür, dass gelb-rot-weiße Vorschläge für die Wirtschaft Kärntens abseits der parteipolitischen Einflussnahme erarbeitet und umgesetzt werden. Nach dem Motto von Arthur Schopenhauer „Der Wechsel allein ist das Beständige“ werden neue Denkansätze und Impulse für neue Ideen gesucht. Zum Vorsitzenden des elfköpfigen Beirates wurde Franz Kreuzer, der geschäftsführende Gesellschafter von KRESTA Industries gewählt. Den akademischen, universitären Part im Dialog zwischen Wirtschaft und Politik hat der Linzer Universitätsprofessor Bruno Buchberger übernommen.

Der Gründer und Entwickler der Fachhochschule und des Softwareparkes Hagenberg im Mühlviertel, Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften, , Träger des Informatik-Oscars 1998 und Mathematiker fordert für Kärnten eine Informationsspirale. Darunter versteht der Wissenschaftler ein intensives Zusammenspiel zwischen Humankapital (Ausbildung), Kapital (Business) sowie Forschung und Entwicklung (Technologie). „Diese drei Dinge hängen eng zusammen und können nur gemeinsam betrachtet werden und Kärnten ist dabei auf einem guten Weg,“ streute der mehrfache Ehrendoktor den Kärntner Unternehmern Blumen. Im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Überlegungen für die Zukunft Kärntens sollte „der Gedanke der Nachhaltigkeit im Einklang mit der Natur“, stehen. Buchberger versteht darunter das „Bewusstsein für die Ganzheit der Natur“. „Wir müssen dem Jahrtausendtrend von der unbewussten Naturgesellschaft zur bewussten Naturgesellschaft folgen. Nicht zurück zur Natur, sondern vorwärts zur Natur. Es geht dabei um Technik und Natur, die nicht als Gegner verstanden werden dürfen. Der Gedanke der Nachhaltigkeit im Einklang mit der Natur steht dabei im Mittelpunkt,“ kommt Buchberger auf den Punkt. Der Träger der Julius Raab Medaille 2006 warnt vor einem „entweder – oder – Szenario. „Lebende Systeme bestehen aus dem Ausleben und Realisieren von Gegensätzen. Nur das volle Ausleben von Spannung ist spannend. Diese Ideen sind bereits im Weißbuch Kärnten 2020 angeführt man muss sie nur aktiv lesen und umsetzen, dann wird Kärnten in Zukunft attraktiv für die Jugend der Welt sein.“

 

 

Bruno Buchberger

Geboren 1942 in Innsbruck.

O. Univ. Prof. Dr. phil

Österreichischer Mathematiker, Professor für Informatik.

1987 Gründer des Research Institute for Symbolic Computation (RISC) an der Johannes Kepler Universität Linz.

1989 Gründer des Softwarepark Hagenberg.

1992 Gründer der Fachhochschule Hagenberg.

Seit 1992 Mitglied der Academia Europaea (Europäische Akademie der Wissenschaften).

Ehrendoktor der Universitäten Nijmegen (Niederlande,  1995), Timisoara (Rumänien, 2000), Bath (UK, 2005) und Waterloo (Kanada, 2011).

2006Julius-Raab-Medaille.

2007 Paris-Kanellakis-Preis.

Österreicher des Jahres 2010 in der Sektion Forschung.

Seit 2011 korrespondierendes Mitglied in die Bayrische Akademie der Wissenschaften.