16.07.10 Folienlager für Holz haben sich bewährt
Die Sturmkatastrophe Paula hat Kärnten vor ganz neue Herausforderungen gestellt: Zum Einen hat die finanzielle Abgeltung der Schäden ein Budget der Forstabteilung des Landes in Höhe von 12 Millionen Euro verschlungen, zum Anderen haben sich die Aufräumarbeiten am Boden und aus der Luft zum Teil sehr schwierig gestaltet. Die 1,8 Millionen Festmeter Holz, die am Boden gelegen sind, mussten aber auf Grund der Käfer-Gefahr trotzdem sehr rasch aufgearbeitet werden. Und zum Dritten standen die Sägewerke und Holzhändler vor der Herausforderung, plötzlich enorme Mengen Holz aufnehmen zu müssen, in Lager, die schon gut bestückt waren. Mit der Katastrophe ging ein Preisverfall des Holzes einher.
„Vor allem die Lagerung hat uns vor neue Aufgaben gestellt und es wurden in Kärnten durch die Windwurf-Katastrophe mit Nasslagern oder Folienlagern auch ganz neue Wege beschritten“, berichtet Forst-Landesrat Josef Martinz.
15.000 Festmeter Holz nach Paula hat allein die Firma Eberhard Holz in Liebenfels aufgenommen und die neuartigen Folienlager mit Unterstützung des Forstreferates errichtet. Damit entstand in Kärnten das größte Folienlager innerhalb Österreichs. Die vier Meter langen Fichtenbloche werden in sogenannte Polder (Holzstapel) von 300 Festmetern in Folien verpackt. Gestern wurden die Folien bei der Firma Eberhard geöffnet.
Und auch nach zwei Jahren Lagerung hat das Holz beim Öffnen der Folien Frischholz-Qualität!! Auch etwaige Käfer sind schon nach wenigen Tagen abgestorben. „Das bedeutet für die Holzwirtschaft, Holz liefern zu können und es nach längerer Liegezeit auch ohne Qualitätsverluste verkaufen zu können.
Und für den Bauern bedeutet das, dass sie gutes Holz zu einem guten Preis aber späteren Zeitpunkt verkaufen können“, fasst Martinz zusammen. Folienlager können sehr rasch errichtet werden und jeder Bauer kann das an einer für ihn geeigneten Stelle tun. Außerdem bestimmt damit der Bauer selbst, wann er sein Holz und vor allem zu welchem Preis auf den Markt bringt. Einzig ein Schimmelbefall musste registriert werden, der jedoch keine Auswirkung auf die Qualität des Holzes hat und mit der Entrindung der Bloche beseitigt wird.
Das Verfahren: Die Folienlagerung wurde bis dato in Deutschland erfolgreich erprobt. Beim Einpacken der Bloche sinkt der Sauerstoffgehalt auf Null, womit Käfer abgetötet, Bläue und Pilze verhindert werden. Das Holz wird praktisch vakuumverpackt. 14t-tägig werden Sauerstoffproben genommen, um zu sehen, ob die Folie dicht ist.

