06.03.2010 Erster Sieg für HCK, Punkt für SCF

Überraschungen und Kuriositäten beherrschten den Handball Samstag. Mitten drin die beiden Kärntner Klubs. Sowohl der HCK, mit dem deutlichen Sieg über HC Seiersberg, als auch der SC Ferlach mit dem Unentschieden bei Gänserndorf waren sportlich erfolgreich. Der HCK schaffte den Sprung auf Platz vier im Aufstiegs-Play-off und die Ferlacher verteidigen ihren ersten Rang im Abstiegs Play-off. Auffallend, dass beide Klubs jeweils die zweiten Halbzeiten klar gewannen.

Mit dem HC Seiersberg kam der Tabellenführer zum bis vor diesem Spiel noch sieglosen HCK nach Viktring. Und der HCK tat in seinem ersten Play-off Heimspiel, das was er am besten kann, den gegnerischen Spielfluss ständig stören, das Spiel zu verschleppen und so den Gegner unter Druck zu setzen. Wieder einmal ging diese destruktive Taktik voll auf. In der Schlussviertelstunde glich der aus den Aufstiegsträumen gerissene Tabellenführer einer kopflosen Hühnerschar. Das Spiel war an sich nichts für Handball-Feinschmecker. Der Erfolg heiligt bekanntlich die Mittel, aber trotzdem die Partie war einfach unansehnlich. Hängen und würgen auf beiden Seiten und je länger die Partie dauerte, desto kopfloser wurden die Grazer. Mathias Lippitsch erlebte im HCK-Tor seinen x-ten Frühling und brachte mit seiner Ruhe die Murstädter zur Verzweiflung.

Der taktischen Marschroute des HCK „ durch Chaos zum Erfolg“ hatte der HC Seiersberg nicht entgegenzusetzen. Zudem lies sich Coach Alexander Luzyanin zu zahlreichen personellen Fehlentscheidungen verleiten und wer auswärts nur 20 Tore schießt, kann nicht gewinnen.

Eine Episode wird allerdings ins Geschichtebuch der Handball-Kuriositäten eingehen. In der 29. Minute, der HC Seiersberg war in Unterzahl, da Krisztian Zeck eine Zweiminutenstrafe verbüßte, wurde „kroatisch“ gespielt. Max Maier ersetzte (wie Ivano Balic bei der EM) als sechster Feldspieler seinen Tormann Darko Jelicic, doch der Angriff misslang. HCK-Goalie Mathias Lippitsch schnappte sich den Ball und warf ihn in das verlassene Grazer Tor. Doch statt des Torpfiffes, gab es eine Zweiminutenstrafe für Seiersberg-Keeper Jelicic, da er zu früh das Spielfeld betreten hatte, bzw. Kollege Maier das Spielfeld noch nicht verlassen hatte. Interessant in diesem Zusammenhang, dass der Pfiff von Schiedsrichterbeobachter Gustav Burzival kam, der sich am Tisch des Wettkampfgerichtes breit gemacht hatte. Dann stolzierte Gustav Burzival auch noch am Spielfeld herum. Die beiden mehr als indisponierten Spielleiter Christoph Hurich und Christian Posch nahmen diesen Eingriff des „dritten Schiedsrichters“ widerspruchslos hin, ebenso wie den von Gustav Burzival verhängten Siebenmeter, den Flo Pontasch, wahrscheinlich ebenfalls überrascht vom Pfiff des „dritten Schiedsrichters“ verwarf. Dass der HCK dadurch um ein korrektes wurde Tor betrogen, spielte letztlich keine Rolle, Flo Pontasch hätte ja nur den Siebenmeter verwandeln müssen.

An der Tabellenspitze des Aufstiegs-Play-offs marschieren West-Wien und Bärnbach weiter Hand in Hand in Richtung HLA. West Wien (zwei Tore von Poldi Wagner) gewann in Tulln ganz klar und Bärnach (zwei Tore von Dean Pomorisac) besiegte zu Hause sicher Stockerau. Punktelos blieb wiederum Leoben, das in Schwaz (ohne Franz Stockbauer) verlor. Goran Pajicic erzielte vier Tore, Marko Jovetic zwei Tore für die Obersteirer

Dass der SC Ferlach in Gänserndorf ungeschlagen blieb hatte weniger mit der eigenen Stärke, als mit der „Angst vor dem Siegen“ beim Gegner zu tun. Die Marchfelder, der Klub der beiden Ex-Ferlacher Jörg Brugger und Gerfried Nagel, lag zur Halbzeit klar mit plus fünf Toren in Front. Auch fünf Minuten vor Schluss lachte noch ein Plus drei von der Anzeigetafel. Nach einer Auszeit gelang den Niederösterreichern kein einziges Tor mehr und der SCF konnte noch ausgleichen.

Und die Kuriosität liefere ausnahmsweise nicht die Heimmannschaft sondern der SC Ferlach, der in dieser Partie mit Florian Maier, Matthias Meleschnig, Walter Perkounig und Ignaz Kurasch gleich vier Torleute auf dem Spielbericht hatte.

Arg zerzaust wurde die Mannschaft der Stunde im Abstiegs-Play-off St. Pölten. Im Niederösterreichischen Derby gegen Hollabrunn lag der neue Klub von Florian Wulz zu Hause schon 9:18 im Rückstand am Ende setzte es eine 23:27 Niederlage.