01.12.2011 Comeback bäuerlicher Werte?

Heute, Donnerstag, erfolgte die konstituierende Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Kärnten aus Schloss Krastowitz. Präsident Johann Mößler sowie die Vizepräsidenten Anton Heritzer und Peter Suntinger und die Vorstandsmitglieder Manfred Muhr, Erwin Winkler und Gabriele Dörflinger wurden in die Hand des Landeshauptmanns Gerhard Dörfler angelobt. Die weiteren Kammerräte wurden vom Präsidenten angelobt. Landesamtsdirektor Dieter Platzer hatte die Gelöbnisformel verlesen.

LH Dörfler, LHStv. Peter Kaiser sowie Agrarreferent Landesrat Josef Martinz gratulierten dem neu konstituierten Präsidium sowie den Mitgliedern. Auch Ersatzmitglieder wurden gewählt sowie die Wahl der Mitglieder in die Fachausschüsse durchgeführt.

Der Landeshauptmann betonte, dass die überparteiliche Arbeit der Kammer im Dienst der Sache weiterhin klar Vorrang haben müsse. Er dankte in diesem Zusammenhang dem früheren Kammeramtspräsidenten Walfried Wutscher. Anhand des Preisvergleichs von einem Liter Milch (von rund einem Euro) und einem Liter Redbull (über fünf Euro) machte der Landeshauptmann das krasse Missverhältnis deutlich, das zu denken geben müsse. Es gehe nicht an, dass Bauern wertvolle Lebensmittel produzieren, die aber nur billigst verkaufen sollten. Die Frage müsse gestellt werden, welchen Wert Lebensmittel und auch die ehrliche Arbeit haben sollten, so Dörfler.

Er kritisierte die Wegwerfgesellschaft und gab sich überzeugt darüber, dass es wieder zu einem Comeback der bäuerlichen Werte kommen werde. Auch auf die Euro-Krise und das Spekulantentum ging Dörfler ein und forderte Offenheit und Ehrlichkeit sowie die Konzentration aller Kräfte zur Krisenbewältigung. Notwendig sei auch eine gemeinsame Kraftanstrengung, um die Wahlbeteiligungen generell zu erhöhen, forderte der Landeshauptmann. Für die Demokratie sei es dringend notwendig, dass die Bürger wieder stärker vom Wahlrecht Gebrauch machten.

Agrarreferent Martinz wies auf die großen Herausforderungen hin, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten. Die Landwirtschaftskammer sei ein wichtiger Sozialpartner. Er dankte der Kammer und den Landwirten für die Produktion regionaler Produkte und damit für ihren Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Auch Martinz dankte dem früheren Kammerpräsident Wutscher für sein langjähriges Engagement.

Mössler dankte für das Vertrauen und sagte, dass vieles in der heutigen Wohlstandsgesellschaft in Frage gestellt sei. Die Landwirtschaft als Grundversorger brauche aber die öffentliche Unterstützung, da sie allein über die Marktpreise ihre Leistungen nicht abgegolten bekommen könne.

An der heutigen Vollversammlung nahmen auch Kammeramtsdirektor Hans Mikl, der Leiter des Landes-Kompetenzzentrums Land- und Forstwirtschaft, Gerhard Hoffer, Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher und LAbg. Siegmund Astner sowie der frühere Kammeramtsdirektor Ernest Gröblacher teil.

Insgesamt hat die Landwirtschaftskammer 36 Mandate. 20 entfallen auf den Bauernbund, acht auf Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft, fünf auf die SPÖ Bauern Kärnten und drei auf die Südkärntner Bäuerinnen und Bauern.