30.01.2012 Almfutterflächen sorgen weiterhin für Aufregung

Foto: Pixelio / Bernd Peters

Am Montag beginnt wieder die St. Andräer Agrarwoche. Und zum Auftakt der bäuerlichen Informationstage in der landwirtschaftlichen Fachschule gibt es ein brisantes Thema: Die Almfutterflächenfeststellung.
Mit besonderer Spannung wird der Vortrag „Almfutterflächenfeststellung – Grundsätze laut INVEKOS und praktische Anwendung“ von Manfred Ratzinger von der AMA (Agrarmarkt Austria) erwartet. Dem Veranstalter, der LFS St. Andrä ist es nicht gelungen einen AMA-Vertreter aus Kärnten für diesen Vortrag gewinnen zu können, denn Kärntens Bauern sind auf die AMA nicht gut zu sprechen. Grund dafür ist die Almfutterflächenfeststellung aus dem Vorjahr, welche den Kärntner Almbauern Rückzahlungsforderungen in der Höhe von 272.047,52 Euro bescherte. Vielleicht bringt der AMA-Mann aus Wien Licht ins Dunkel, warum 52 Prozent der österreichweiten Rückzahlungsforderungen ausgerechnet Kärntner Bauern betreffen.
391 der insgesamt 752 beanstandeten bäuerlichen Betriebe sind in Kärnten, das bestätigte Landwirtschaftsminister Berlakovich auf Anfrage des Kärntner Abgeordneten Gerhard Köfer. Sein Kärntner Kollege im Nationalrat Harald Jannach stellte an den zuständigen Minister gleich 34 Fragen zum Thema Almfutterflächen, die nur unzureichend vom Minister beantwortet wurden. Andererseits gab es eine ministerielle Bestätigung dafür, dass es sich „bei den Kontrollorganen der AMA um gesetzlich nicht anerkannte Geometer handelt“. Berlakovich attestierte in der Anfragebeantwortung auch, dass allein im Jahre 2010 neun von 185 verwendeten Messgeräten aufgrund eines nicht bestandenen Funktionstest an die Lieferfirma retourniert wurden.
Als Mitgrund für die Rückforderungen der AMA werden die immer besseren Kameras ausgemacht, welche die Flächenstücke von Flugzeugen aus fotografieren. „Warum in Österreich diese Flugaufnahmen ständig gemacht werden und nicht jene Flächen für die Förderung herangezogen werden, die anlässlich des Beginns der Förderungszeitraumes festgestellt wurde wie in Deutschland, weiß wohl nur die AMA“, rätselt Harald Jannach.
Infos

St. Andräer Agrarwoche 30. Jänner bis 4. Feber
Alm- und Bergbauerntag
Montag, 30. Jänner
9 Uhr Eröffnung der St. Andräer Agrarwoche
9.15 Uhr Aktuelles aus der Kärntner Almwirtschaft
9.50 Uhr Rechtliche Aspekte des Almwegbaues
10,40 Uhr Almfutterflächenfeststellung
13 Uhr Weidepflege und Weidemanagement
13.40 Uhr Kulturlandschaft im Umbruch
14.30 Uhr Tiefgang der Almbauern
Festsaal der LFS St. Andrä

InVeKoS
Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem der EU zur Abwicklung der Direktzahlungen.

Agrarmarkt Austria
Zu den Aufgaben der AMA gehört auch die Abwicklung der Förderungsverwaltung im Bereich der Gemeinsamen Agrarpolitik.